Reformvorschlag

Heute bringen wir unseren Reformvorschlag zum Thema
Grundlagen des Weges weg vom „Jura-Repetitorium“ zur kritischen Rechtswissenschaft aus Studentischer Perspektive
Sowie Stellungnahme zu den Vorschlägen des Weißbuchs – Novelle zu Studium und Schwerpunktbereich des Studiengangs Erste Juristische Prüfung von Prodekan Prof. Dr. Schmehl

in den Fakultätsrat ein.

Hier vorab eine kurze Zusammenfassung unserer Punkte:
Anlässlich der Diskussion um eine Erneuerung der Studienordnung zur Ersten Juristischen Prüfung, angestoßen von Prodekan Prof. Dr. Schmehl, möchten wir unsere Meinung hierzu darlegen. In Hinblick auf Bologna sollten sich die Rechtswissenschaften nicht von der Diskussion um Bildung ausnehmen.

Freischuss
Der Freischuss, gedacht als Belohnung für ein schnelles Studieren, wirkt zurzeit viel mehr als Festsetzung einer Regelstudienzeit, bei deren Verpassen einem ein unter Umständen entscheidender zusätzlicher Anlauf für das erste Staatsexamen verloren geht. Gerade in Hinblick auf die enorme Stoffülle des ersten Examens und den Druck dieses in nur fünf Klausuren abzubilden, kann von einer wirklichen „Freiheit“ diese Vergünstigung wahrzunehmen nicht die Rede sein. Ein Verbesserungsversuch ist vielmehr grundsätzlich zu gewähren.

Reihenfolge von Schwerpunkt und Staatsexamen
Die Vorgabe des Hamburger Juristen Ausbildungsgesetzes, den Wahlschwerpunkt vor dem staatlichen Teil des ersten Staatsexamens ableisten zu müssen, lässt den bis hierhin gelernten Stoff in Vergessenheit geraten. Diese Gestaltung des Studiums ist mit ein Grund für die Existenz von Repetitorien, die grundsätzlich mit dem Anspruch an eine universitäre Ausbildung nicht vereinbar ist.

Grundlagen
Das Studium der Rechtswissenschaft sollte den Studenten zu einem verantwortungsbewussten Juristen, einem kritischen Entscheidungsträger reifen lassen, der das Recht zum einen systematisch anwenden kann, es zum anderen aber auch in seinen Auswirkungen auf die Gesellschaft begreift. Im Zuge dessen ist die Bedeutung von Grundlagenfächern wie Rechtsphilosophie zu stärken, die zurzeit der von reinen Sitzscheinen gleich kommt. Dies wird der zwar grundlegenden, jedoch nicht zwangsläufig für Anfänger fruchtbringenden Materie nicht gerecht. Es lässt unbeachtet, dass sich erst nach einigen Semestern ein ansatzweise ganzheitliches Verständnis des Rechts entwickelt, rechtsphilosophische Fragestellungen also besonders im
späteren Verlauf des Studiums unerlässlich sind.

Leitbild
Als wichtigen Meilenstein einer Reform erachten wir es weiter, ein Leitbild der Rechtswissenschaftlichen Fakultät zu entwickeln, das dieser Vorstellung von Bildung gerecht wird. Ein Leitbild mutet beim Erarbeiten von „konkreten Lösungen und Änderungen“ vielleicht nachrangig und überhöht an, ist es jedoch keinesfalls. Damit die Reform nicht nur ein weiteres kurzsichtiges Umgraben des universitären Gartens wird, sondern Grundstein einer positiven Entwicklung der Fakultät, muss eben diese Entwicklung als Vision der Rechtswissenschaften in einem Leitbild umrissen werden. Unsere Fakultät sollten die Jurastudierenden nicht als wertneutrale Rechtstechniker, sondern als verantwortungsvolle und hinterfragende Architekten unserer Gesellschaft verlassen.


Den vollständigen Reformvorschlag findet ihr hier

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