Rechtskritik mit Louis Althusser, 3. Tagung der AG Rechtskritik [Marx-Frühjahrsschule],vom 5.-7. Mai 2017 in Berlin

Rechtskritik mit Louis Althusser
3. Tagung der AG Rechtskritik [Marx-Frühjahrsschule]
vom 5.-7. Mai 2017 in Berlin

Bei unserer diesjährigen Marx-Frühjahrsschule wollen wir der Frage nach der Verbindung von Wert, Recht und Staat weiter auf den Grund gehen, diesmal anhand der Rechtstheorie  des marxistischen Staatskritikers Louis Althusser.

Für Generationen von Intellektuellen gehörte die Beschäftigung mit Althussers 1970 in der Zeitschrift La Penséeerschienenen Aufsatz Ideologie und ideologische Staatsapparate zum Kanon marxistischer Staatstheorie. Im Zentrum des Theorieklassikers steht das Subjekt, das durch die Praxen der ideologischen und repressiven Staatsapparate angerufen wird. Althussers Ideologietheorie eröffnet durch diese subjekttheoretische Herangehensweise Anschlüsse für spätere feministische und antikoloniale Ansätze in der kritischen Theorie. Dabei wird in den letzten Jahren im Zuge der internationalen Renaissance des Philosophen zunehmend auch das rechtstheoretische Potential seiner Theorie wieder diskutiert.

Insbesondere das Manuskript Über die Reproduktion, aus dem der ISA Aufsatz entnommen wurde, zeigt Althussers intensive Auseinandersetzung mit der Kategorie des Rechts.  Ausgehend vom Prozess der Reproduktion, der auch die staatlich-juridischen Reproduktionsbedingungen des kapitalistischen Gesellschaftstyps und der Rechtssubjekte beinhaltet, ermöglicht Althussers Theorie eine Analyse von Herrschaftspraktiken, die zuvor außerhalb des traditionellen Theorierahmens der marxistischen Rechts- und Staatstheorie lagen. Die erneute Beschäftigung mit Althussers Rechtskonzeption birgt daher neue Impulse für eine materialistische Rechtstheorie, möchte sie ökonomistischen Verkürzungen entgehen und sich in den Kontext einer breiteren Gesellschaftskritik stellen.

Die AG Rechtskritik ist ein Zusammenhang aus Jurist*innen und einigen Mitstreiter*innen, der sich mit Themen der marxistischen Rechtstheorie beschäftigt. Auf den vergangenen beiden Konferenzen setzten wir uns mit dem Rechtsdenken von Eugen Paschukanis auseinander und veranstalteten 2015 eine Frühjahrsschule zum Wandel des Rechtsbegriffs bei Karl Marx. Gemeinsam mit dem arbeitskreis kritischer juristinnen und juristen an der Humboldt-Universiät zu Berlin [akj-berlin], der Helle Panke e.V. – Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin und der Rosa-Luxemburg-Stiftung laden wir zum kommenden Workshopwochenende vom 5.-7. Mai 2017 ein, an dem wir gemeinsam Auszüge des Manuskripts Über die Reproduktion und des ISA Aufsatzes lesen und diskutieren möchten, um ihren Ertrag für die materialistische Rechtstheorie auszuloten.

Wir freuen uns auf ein Wochenendseminar in der Schule für Erwachsenenbildung (SfE) in Berlin in der Gneisenaustraße 2a. Wie jede Marx-Frühjahrschule richtet sich diese Tagung gleichsam an Einsteiger*innen wie an fortgeschrittene Interessierte und trägt den verschiedenen Vorkenntnissen mit unterschiedlichen Seminargruppen Rechnung, damit jede/r die ihm/ihr angenehme Lesegruppe findet. Die Workshops werden durch weiterführende Podiumsdiskussionen zum Thema flankiert.

This year we will offer a seminar for English speakers who want to discuss the critique of law in Althusser’s theory of the state with us. In addition, the panel discussion on Saturday evening with Katja Diefenbach and Laurent de Sutter will be held in English.

Mit Vorträgen von: Katja Diefenbach, Laurent de Sutter, Jens-Christian Müller-Tuckfeld, Frieder Otto Wolf, Anne-Kathrin Krug, Christian Schmidt, Hanna Meißner und Ingo Kramer.

Ort: Schule für Erwachsenenbildung, Gneisenaustraße 2a, 10961 Berlin

Eintritt: 10 € für alle drei Tage / Nur Samstagabendpanel: 2 €

Anmeldung: marxfruehjahrsschule@freenet.de

Weitere Informationen, der Ablaufplan und der Reader finden sich auf der Website der AG Rechtskritik unter https://rechtskritik.wordpress.com/

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