Neueröffnung Ausstellung „Deserteure und andere Verfolgte der NS-Militärjustiz“ mit Ludwig Baumann

Am 15 Oktober 2014 eröffnen wir in der Zentralbibliothek Recht der Hamburger Fakultät für Rechtswissenschaft die Ausstellung „Deserteure und andere Verfolgte der NS-Militärjustiz: Die Wehrmachtgerichtsbarkeit in Hamburg“ neu.

Bei der Erst-Eröffnung musste uns leider der wichtigste Gast krankheitsbedingt absagen und so freuen wir uns auf ihn dieses mal um so mehr: Ludwig Baumann, der selbst von einem Wehrmachtsgericht wegen Fahnenflucht zum Tode verurteilt wurde,

reist mit seinen stolzen Alter von 92 Jahren extra aus Bremen an und vertieft einzelne persönliche Schicksale einiger Deserteure. Er wird mit einem Vortrag in das Thema einführen.

Los geht es um 16:15 Uhr im Hörsaal ESA K (Albrecht-Mendelssohn-Bartholdy-Hörsaal) im Hauptgebäude der Universität,
Edmund-Siemers-Allee 1, 20146 Hamburg

Nach dem Vortrag wird es die Gelegenheit geben die Ausstellung in der Zentralbibliothek Recht, Rothenbaumchaussee 33, 20148 Hamburg zu besichtigen und bei Getränken und Snacks mit Interessierten ins Gespräch zu kommen.

Die Ausstellung

In Hamburg waren während des Zweiten Weltkriegs 13 Gerichte und andere zentrale Dienststellen der Wehrmachtsjustiz tätig, die mehr als 200 Todesurteile verhängten. Obwohl es sich also um ein bedeutendes Stück Hamburger Rechtsgeschichte handelt, ist bis heute kaum etwas über das Wirken der Militärgerichtsbarkeit bekannt. Die Ausstellung stellt Menschen vor, gegen die schwerste Strafen verhängt wurden, und versucht Handlungsmotive sowie Urteilsgründe und Hintergründe zu rekonstruieren. Auch wird die (fehlende) Aufarbeitung beleuchtet. Gerichtspersonal und weitere Täter wurden nicht belangt und setzten ihre Karrieren nach Kriegsende fort. Überlebende und Angehörige der Verurteilten kämpften lange Zeit vergebens für die Rehabilitierung der Verurteilten und für Entschädigungsleistungen, da Politik und Öffentlichkeit in Deutschland die Anerkennung des an den Deserteuren und anderen Opfern der NS-Militärjustiz begangenen Unrechts jahrzehntelang verweigerten.

Die Ausstellung soll am Ort der juristischen Ausbildung dazu beitragen, soziale, geschichtliche und philosophische Hintergründe des Rechts zu reflektieren, um das geltende Recht verstehen und verantwortungsvoll anwenden zu können.

Es handelt sich um eine Konzeption der KZ Gedenkstätte Neuengamme.

Wir bedanken uns bei der Hans-Böckler-Stiftung, die uns die Ausstellung ermöglichte.

FB: https://www.facebook.com/events/294615644065752/

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