Fritz Bauer – Tod auf Raten

Am Mittwoch, den 28. März zeigen wir ab 20 Uhr im Café Knallhart (Der Glaskasten schräg gegenüber des Philturms)
den Film Fritz Bauer – Tod auf Raten
von Ilona Ziok.

Noch nicht auf DVD veröffentlicht!
Eintritt frei!

Über den Film
Das faszinierende Schicksal eines Geburtshelfers der deutschen Demokratie, eines unbeirrbaren Mahners und kritischen Juristen zeigt uns, wie sehr das Recht in den Händen ihrer Anwender liegt und welche gesellschaftliche Verantwortung sie tragen.

Ein engagierter Staatsanwalt, der sich in der Nachkriegszeit vehement für die Aufklärung und Ahndung der NS-Verbrechen einsetzte und dabei größte Widerstände des Nachkriegssyndroms überwinden musste: Wegschauen und Schweigen über Kriegsverbrechen waren die Reaktion einer Nation, die tief in den Abgrund geschaut hatte. Der frühere KZ-Inhaftierte provozierte den Zeitgeist mit Worten wie:

 „Nichts gehört der Vergangenheit an.
Alles ist Gegenwart und kann wieder Zukunft werden“


„Er war ein guter Jurist und auch sonst von mäßigem Verstande.“ (L. Thoma)

Ist ein guter Jurist wirklich von mäßigem Verstand?

Diese freche Frage ist natürlich nicht ganz ernst gemeint, zumal sie sich daran
schneidet was wohl unter Gut zu verstehen ist. Aber der folgende Witz verdeutlicht
vielleicht ihre Aussage:

Zwei Ballonfahrer haben im dichten Nebel völlig die Orientierung verloren. Plötzlich
reißt der Nebel auf, und sie sehen unter sich auf einer Hochfläche einen einsamen
Spaziergänger. Einer der Männer im Fesselballon formt die Hände zu einem Trichter und
ruft nach unten: „Woo sind wiir hieer?“. Der Spaziergänger wirft einen kurzen Blick
nach oben und antwortet dann wie aus der Pistole geschossen: „In einem Fesselballon, 30 Meter über der Erde“. Dann schließt sich der dichte Nebel wieder. Da meint der eine
Ballonfahrer zum anderen: „Der Mann muss Jurist gewesen sein. Seine Antwort war
prompt, völlig richtig und trotzdem zu nichts zu gebrauchen“

Wahr ist jedenfalls, dass im Juristischem Studium der vergangen Jahrzehnte extremes
Pauken und quasi blindes Auswendiglernen gefordert wurde, da eine riesige
Lernmasse am Ende des Studiums in nur wenigen Klausuren über fast die ganze Note
entscheidet. Nicht selten schließen sich Studierende vom sozialen Leben aus und sind
angesichts des Meeres aus Paragraphen und Definitionen geplagt von Examens-Angst.
Der Lehrplan spricht jedoch auch Bände: 5 Jahre hoch abstrakten Stoffes verlangen
dem Hirn einiges ab. Ergebnis dieses Umfangs ist oft die Beschränkung aufs
oberflächliche Erfassen, wenig durchgreifendes Verstehen und bspw. kaum
Berücksichtigen von anderen Aspekten. Dies ist jedoch kein Verschulden der
Studierenden, sondern die eines systematisch darauf angelegten Studien-Planes.

Kein Wunder also, dass der Jurist im Witz den Blick für den Lebenszusammenhang
verloren hat und nur nach Schema F antwortet! Aber das lässt sich Ändern:

Auch wenn es unmöglich scheint diese unnütze Tradition über den Haufen zu werfen
sind wir Studierenden doch nicht ohne Mittel. Wir sitzen mit 3 Plätzen im Fakultätsrat,
dem obersten Gremium der Fakultät, dort werden die Lehrpläne erstellt. Wir
bekommen Gelder für unseren Fachschaftsrat(FSR), die für mehr als Partys und
Klausuren-Sammlungen verwendet werden könnten, Wir sind Teil einer riesen Uni an
der Druck aufgebaut werden kann für eine fortschrittliche Entwicklung, wenn wir uns
denn für sie einsetzen!
Unsere Prüfungen sollten im Umfang reduziert werden.
Außerdem ist es vollkommen sinnlos und realitätsfern keine Kommentare mit
in die Klausuren nehmen zu dürfen. Vor allem sollten Hausarbeiten deutlich mehr
Bedeutung eingeräumt werden, da diese Wissenschaft statt Pauken belohnen.
Des weiteren sollten die Grundlagen des Rechts und seine Berührungspunkte mit der
Gesellschaft deutlich mehr gewichtet werden.